Vereinschronik
VEREINSCHRONIK
Der Kaninchenzuchtverein Zell und Umgebung wurde am 1. Juli 1934 im Gasthaus Stephan Schelter Steinbühl gegründet.
Es waren außer dem Kreisgruppenfachwart Fritz Leuthold, Züchter aus Münchberg, Sparneck und Weißenstadt anwesend. Die erste Vorstandschaft bestand aus 1. Vorsitzenden Johann Köhler II, Schriftführer Hans Hüttel, Kassier Johann Köhler I, Zuchtbuchführer und Zuchtwerbewart Karl Hermann. Bereits im November 1935 konnte die erste Ausstellung in den Räumen des Cafe`s Unglaub mit einem Tanzvergnügen abgehalten werden. Preisrichter war Karl Hüttner aus Helmbrechts.
In dieser Zeit war besonders die Familie Unglaub mit Presse und Lokalität fördernd für den Kaninchenzuchtverein Zell. Der damals noch kleine und junge Verein trat mit Tanz-, Faschings- und sonstigen Vergnügungen an die Öffentlichkeit.
Bis zum Kriegsanfang waren die Vorstände Hans Mertel, Hans Becher und die meisten Jahre Otto Rödel im Amt. Auch während der Kriegsjahre 1939 bis 1945 war der K.Z.V. Zell nicht untätig. Die nicht mehr zur Wehrmacht Eingezogenen und vor allem die Züchterfrauen haben dem kleinen Verein unter den Vorständen Otto Rödel und Georg Benker über die schwere Zeit hinweg die Treue gehalten. Trotzdem der Krieg am Kaninchenzuchtverein nicht spurlos vorübergegangen ist, konnte sofort bei Kriegsende mit dem Wiederaufbau begonnen werden. 18 Mitglieder scharten sich um den Vorstand Leonard Schlick und brachten das Vereinsleben wieder in Gang.
Während des Dritten Reiches hatten Richtlinien bestanden, nur Wirtschaftsrassen zu züchten. Jetzt aber konnte sich jeder Züchter entfalten und sein Hobby nach seiner eigenen Anschauung aufbauen.
Die Fleischerzeugung für den eigenen Kochtopf stand zwar immer noch im Vordergrund, aber Liebhaberei und Schönheit kamen immer mehr zum Vorschein.
Die meisten Schauen, bei denen Mitglieder des Vereins ausstellten, hatten lokalen Charakter, mit einer Ausnahme. Zuchtfreund August Reithel stellte bei der Reichsschau in Leipzig “Weiße Wiener” mit gutem Erfolg aus.In den nächsten Jahren bis 1950 war wiederum Otto Rödel 1. Vorsitzender, der mit seinen Tieren “Groß Chin” als guter Züchter bekannt war.In den Jahren zwischen 1950 und 1955 war Karl Wollner im Amt. Unter seiner Amtsführung wurden die ersten Ausstellungskäfige angeschafft, was zu dieser Zeit für den finanziell schwachen Verein eine großartige Leistung war.
Die Ausstellungen bei Mitglied Hans Ittner (im Volksmund auch Wirtsgokel genannt) waren der jährliche Höhepunkt des Vereins.
Die älteren Zuchtfreunde Franz Hübner, Hans Mertel, Otto Rödel, Adolf Kolb und Karl Wollner hatten sehr gute Beziehungen zum Nachbarverein Sparneck, sodass der Züchterabend immer humorvoll und stimmungsgeladen war. In diesen Jahren hat der damalige Hauptlehrer Rudolf Schroll mit seinem Trio kostenlos für die musikalische Umrahmung gesorgt.
1955 kam mit Herbert Opel als 1. Vorsitzender der große Umschwung. Wenn bis dahin alles etwas nach der älteren Generation ausgerichtet war, kamen durch ihn mehrere junge Mitglieder zum Verein.
Die kommenden Veranstaltungen, wie Faschingstänze und Hasenessen im Schützenhof waren in Zell einmalig. Auch die abgehaltenen Kreisschauen,ebenfalls im Schützenhof, waren vorbildlich.
Der Höhepunkt in seiner Amtszeit als 1. Vorstand war zweifellos die Fahnenweihe Pfingsten 1959. Was die damals 32 Mann starke Auerbacher Bergknappenkapelle bot, hatte Zell bis dahin noch nicht erlebt. Die Ausrichtung und der Arbeitseinsatz gingen Dank der Mitglieder reibungslos über die Bühne. Angezogen durch die einmalige Festmusik, zog am Sonntag ein Riesenfestzug durch die Straßen von Zell.
Am Rande sei noch bemerkt, dass die Fahnenjungfrauen ihre Festkleider selbst finanzierten und obendrein noch ein Fahnenband an die neue Fahne hefteten.
1961 musste der Verein in das Vereinsregister eingetragen werden, weil durch den Erfolg der Fahnenweihe das Grundstück der heutigen Zuchtanlage (der so genannte Hasengarten) gekauft werden konnte.
Wegen persönlicher Überlastung des 1. Vorsitzenden Herbert Opel kam bei der anstehenden Neuwahl ein Tausch zwischen dem 1. Kassier Karl Rieß und dem 1. Vorsitzenden Herbert Opel zustande.
Auch der jetzige 1. Vorstand Karl Rieß blieb nicht untätig, setzte er doch die vollkommene Einzäunung des Grundstückes durch, was sich als sehr richtig erwiesen hat.
Die nächste Neuwahl brachte wiederum als 1. Vorsitzenden Herbert Opel ans Ruder, das er dann bis 1977 inne hatte.
1970 - 1974 stand die Errichtung des geplanten Futter- und Gerätehauses im Vordergrund, welches dann aber hauptsächlich als Vereinszimmer genutzt wurde.
Am 27. September 1974 konnte der Verein im Schützenhof-Saal sein 40-jähriges Vereinsjubiläum begehen. Die Kreisvereine waren mit starken Abordnungen vertreten.
Auch die Idee des erstmalig 1974 abgehaltenen Ostereiersuchens für die Jüngsten am Palmsonntag im Hasengarten, stammte vom 1. Vorstand Herbert Opel.
Mit einer stolzen Bilanz von insgesamt 19 Jahren als 1. Vorsitzender im Amt hat er es an den Zuchtfreund Gerhard Lutter abgegeben. Auch er war ein junger, rühriger und aktiver Vorstand, der jedoch nach 2 Jahren durch den Umzug nach Münchberg sein Amt abgegeben hat. Es war nicht leicht, zu diesem Zeitpunkt den richtigen Mann für diese Position zu finden. Es konnte jedoch mit Reinhard Becher ein Nachfolger gefunden werden, der die nötige Initiative und ein gutes Organisationstalent mitbrachte. Unter seiner Führung konnte der Verein auf seinem Grundstück Gartenfeste durchführen.
Aus den Überschüssen der Gartenfeste ist der Plan gereift, die längst fälligen Räume zu schaffen, um die Käfige, den Rasenmäher und sonstige Geräte des Vereins unterzubringen.
Im Spätherbst 1981 konnte ein Plan den Mitgliedern zur Begutachtung vorgelegt werden, der dann zur Genehmigung über die Gemeinde an das Landratsamt Hof eingereicht wurde. Im Mai 1982 konnte mit dem Grundaushub begonnen werden. Im Gegensatz zum bereits bestehenden Bau, wo alles in Handarbeit ausgeführt wurde, konnte jetzt alles maschinell erledigt werden und es wurden sämtliche Leitungen für Wasser und Strom verlegt und installiert.
Ein zünftiger Hiebschmaus, bei dem die Frauen der beiden Vorstände ein schmackhaftes Essen auf den Tisch zauberten, durfte nicht fehlen.
Bereits Ende der 50er Jahren bestand im Zeller Kaninchenzuchtverein eine Jugendgruppe, die nach einigen Jahren leider wieder aufgelöst worden ist aber am 1. Januar 1978 wieder neu gegründet wurde. Sie wurde von Manfred Schreiber als Jugendleiter betreut, der bereits in der ersten Jugendgruppe als aktiver Jungzüchter Mitglied war.
Unter der damaligen Leitung von Renate Schreiber wurde am 3. Januar 1976 eine Frauengruppe gegründet, die seit 1989 bis heute von Helga Schlegel geleitet wird. Zur Zeit besteht die Frauengruppe aus 20 Mitgliedern, wobei davon noch 10 Frauen Gründungsmitglieder sind.
Ihre hergestellten Produkte in vielen Jahren aus Kaninchenfellen und Angorawolle verschönerten die Ausstellungen und waren ein besonderer Anziehungspunkt für`s Auge. Bei Ausstellungen und anderen Veranstaltungen sind immer noch emsige Frauengruppenmitglieder dabei, tüchtig mitzuhelfen.
Folgende Mitglieder übernahmen in den nächsten Jahren das Amt des
1. Vorsitzenden:
- 1985 - 1992 Otto Köhler
- 1993 - August 1996 Werner Schlegel
- August 1996 - 1998 Harald Reithel
und seit nunmehr 10 Jahren führt Rainer Hübner das Amt des 1. Vorsitzenden im Kaninchenzuchtverein Zell.
In den Zeilen der Vereinschronik wurden nun alle amtierenden Vorstände aufgezählt und erwähnt, sie hatten jedoch immer eine Gruppe aktiver Mitglieder zur Seite, die treu und redlich mitgeholfen haben, das Vereinsgeschehen reibungslos abzuwickeln.
Dies zeigte sich besonders 1984 zum 50-jährigen Jubiläum der Kaninchenzüchter, wo Jung und Alt mithalfen, ein großes Fest, verbunden mit dem Bezirkszüchtertreffen auf dem Haidberg durchzuführen.
Mitgliedermäßig ist der Verein von 18 Mann zur Gründung bis heute auf 117 Zuchtfreunde angewachsen, davon wurden in den vergangenen Jahren 20 Männer zu Ehrenmitgliedern ernannt.
Zuchtmäßig konnte sich der Kaninchenzuchtverein Zell gut entwickeln, er unterhält zu seinen Nachbarvereinen im Kreis gute Kontakte und stellt auch auf überörtlichen Schauen mit sehr guten Erfolgen seine Tiere aus.
Es wurden Europameister, Europachampion, Bundesmeister, Bundessieger, Bundesjugendmeister, Landesmeister, Landessieger, Landesjugendmeister, Bezirksmeister, Bezirkssieger und Kreismeister errungen.
Die Kaninchenzucht in der heutigen Zeit soll der Ausgleich von Hetze und Stress sein, soll den Menschen in ihrer Freizeit als Erholung und Entspannung dienen, getreu nach dem Spruch, der auf unserer Fahne steht:
“Wer Tiere liebt, liebt auch den Menschen!”Nicht vergessen wollen wir die Frauen und Männer, die nicht mehr unter uns weilen können, denn wer seine Toten nicht ehrt, ist des Lebens nicht wert.
Möge es dem Kaninchenzuchtverein Zell vergönnt sein, weiter mit Ausdauer seine Liebe zum Tier zu verfolgen, so wird er auch in Zukunft, die hoffentlich in Frieden und Freiheit verlaufen möge, weiter bestehen.
